Fortführung der Zuckermarktordnung gefordert
Bergheim/Bonn, 09.02.2012. „Die geltende Zuckermarktordnung ist mindestens bis zum Jahr 2020 fortzuführen.“ Das forderte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, auf der Mitgliederversammlung des Rheinischen Rübenbauerverbandes. In dieser Zeit müsse die deutsche Landwirtschaft gemeinsam mit der Zuckerwirtschaft die Wettbewerbsfähigkeit der Rübenproduktion weiter verbessern. Nach den derzeitigen Vorstellungen von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos soll die geltende Zuckermarktordnung im September 2015 auslaufen.
Die innerlandwirtschaftliche Wettbewerbssituation zwischen Weizen, Raps und Zuckerrüben habe sich in den zurückliegenden drei Jahren durch volatile Getreide- und Rapsmärkte immer wieder verändert. „Aber durch weitere Zuchtfortschritte, insbesondere beim Zuckerertrag, werden wir die Wettbewerbsfähigkeit der Rübe weiter verbessern können“, ist sich Sonnleitner sicher. Deshalb halte er nichts davon, 2015 die Marktordnung ganz aufzugeben. Mindestens eine zwölfjährige Übergangszeit, wie sie auch bei anderen Produktbereichen erreicht worden sei, müsste eingehalten werden. Auch insgesamt setzte sich Sonnleitner kritisch mit den Reformvorschlägen zur Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2014 auseinander. Der Bauernverbandspräsident äußerte Vorbehalte gegen die Pläne des Agrarkommissars, sieben Prozent der Ackerfläche in Deutschland stillzulegen. Mit Blick auf die zukünftigen Herausforderungen wie Welternährung und Bereitstellung erneuerbarer Energien und dem weiterhin zu großen Verlust von Ackerflächen, sei dieser Vorschlag das „Tüpfelchen auf dem i“. Während man sich in Europa über Flächenstilllegungen Gedanken mache, wolle man gleichzeitig die in Deutschland erzeugten Biokraftstoffe bestrafen, weil die Biomasseerzeugung in Europa angeblich für die Abholzung des Regenwaldes verantwortlich wäre, kritisierte Sonnleitner.