KWS: Nachhaltigkeit Organisation der Nachhaltigkeit Dialog mit Anspruchsgruppen Aktuelles

Aktuelles

Grüne Gentechnik

Weltweit werden gentechnisch veränderte Pflanzen bereits auf 148 Mio. ha Ackerfläche angebaut. Trotz jährlich steigender Anbauflächen verläuft die gesellschaftliche Diskussion über Grüne Gentechnik sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene nach wie vor kontrovers. Wir befinden uns deshalb in einem intensiven gesellschaftlichen Dialog: Dabei ist die größtmögliche Transparenz unsere Maxime. Wir nutzen vielfältige Dialogmöglichkeiten mit Kritikern und Befürwortern und beteiligen uns aktiv an der Diskussion.

Seit dem Frühjahr 2008 führt das Unternehmen auf verschiedenen Standorten in Deutschland (Wetze, Niedersachsen und Dreileben, Sachsen-Anhalt) Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Zuckerrüben durch, die das Herbizid Round-up®  tolerieren,). Diese Versuche wurden auch im Versuchsjahr 2011 von Gentechnikgegnern während der Vegetationszeit durch Zerstörungsversuche behindert. Wie in den vergangenen beiden Jahren legte KWS auch 2011 bei ihren Feldversuchen mit gentechnisch veränderten Zuckerrüben den Schwerpunkt auf anbaurelevante Fragestellungen unter praxisnahen Bedingungen. Anfang Juni wurde eine erste Zwischenbeprobung durchgeführt. Die daraus resultierenden Ergebnisse waren vielversprechend, da die herbizidtoleranten Zuckerrüben bereits zu diesem frühen Entwicklungsstadium einen deutlichen Entwicklungsvorsprung zeigten. Das entspricht den mehrjährig erhobenen Daten, die – wie auch in den USA – deutliche Mehrerträge gegenüber konventionell behandelten Zuckerrübensorten zeigen. Weitere Beprobungen wurden während der gesamten Vegetationszeit durchgeführt. Trotz der Behinderungen konnten die Versuche Anfang September erfolgreich abgeschlossen werden und befinden sich derzeit in der Auswertung. KWS steht  nach wie vor für Dialog und Transparenz. Jede Möglichkeit des Dialogs mit den Kritikern wird genutzt. Wir stellen uns der Diskussion. Deshalb beantworten wir weiterhin alle Fragen rund um unsere Freilandversuche und die Grüne Gentechnik. Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung sind jedoch keine angemessene oder konstruktive Form des Dialogs.

 

Pflanzenzüchtung zum Anfassen

KWS hat sich im Jahr 2010 und 2011 an einem Schaugarten-Projekt für gentechnisch veränderte Pflanzen in Üplingen, Sachsen-Anhalt beteiligt. Im Vergleichsanbau von Pflanzen – mit und ohne Gentechnik – konnte sich die interessierte Öffentlichkeit über die Auswirkungen von Krankheiten und Schädlingen an Kartoffeln und Mais informieren und so den Einfluss von Unkräutern auf das Wachstum von Zuckerrübenpflanzen nachvollziehen. Anschaulich und erfassbar unterstützen solche Projekte eine differenzierte Meinungsbildung zur Grünen Gentechnik. Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen mit Resistenzeigenschaften kann einen Beitrag zur Verminderung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln wie Fungiziden (Bekämpfung pilzlicher Schaderreger an Pflanzen) und Insektiziden (Bekämpfung von Insekten) leisten.

 

Dialogforum

Bereits im Mai 2009 hat KWS in der Region Leine-Solling erstmalig ein Dialogforum eingerichtet. Hier informiert KWS aktuell und umfassend über die regionalbezogen wichtigsten Fragen und Entwicklungen des Unternehmens. Gleichzeitig erhofft sich KWS, die Sichtweisen und Meinungen der Teilnehmer des Dialogforums kennenzulernen, um sie in ihre Überlegungen und Unternehmensentscheidungen mit einbeziehen zu können. Ein vertrauensvolles und faires Verhältnis zu den Menschen in der Region Leine-Solling und ein verantwortungsvoller Umgang mit den Auswirkungen unseres wirtschaftlichen Handelns auf unser Umfeld sind für uns wichtige Ziele. Im Geschäftsjahr 2010/2011 fanden zwei Veranstaltungen des Dialogforums statt:  KWS – aktiv im ökologischen Landbau auf dem KWS Klostergut in Wiebrechtshausen und Ausbildung bei KWS mit einer Besichtigung der neu eingerichteten Ausbildungswerkstatt. Die Gesprächsreihe wird fortgesetzt. Die Protokolle zu diesen Veranstaltungen sind hier einsehbar. 
 

Kuratorium Pflanzenzüchtung

Das 43. Treffen des Kuratoriums im November 2010 beschäftigte sich mit den globalen Fragestellungen der Komplexität und Vielfalt von Landwirtschaft und Erzeugung von Nahrungsmitteln auf Basis des im Jahre 2008 erschienen Weltagrarberichts. Hans Herren, Präsident des Millenium Institut Arlington, ging in seinem Vortrag darauf ein, wie aus Sicht des Weltagrarrates die großen zentralen Fragen der Verminderung von Armut und Hunger, Verbesserung von Nahrungsqualität und Gesundheit, Verbesserung der Lebensumstände auf dem Lande und eine gerechte und nachhaltige Entwicklung gefördert werden könnten. Dies erfolgt im Rahmen einer internationalen Bewertung der Agrarwissenschaften und Agrartechnologie. Der Weltagrarbericht erläutert im ersten Teil die heutigen Zustände, Herausforderungen und Handlungsoptionen für die o.g. Themenbereiche. Im zweiten Teil stehen die eher kritischen Themen zur Erfüllung der Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsziele im Mittelpunkt. Dazu zählt auch der Beitrag, den traditionelles landwirtschaftliches Wissen leistet, welches häufig nicht in wissenschaftlichen Publikationen steht und auch welche große Rolle die Frauen in der Landwirtschaft spielen. Ausgehend von einer Darstellung der globalen Trends zur Entwicklung von Bevölkerung (stetiger Anstieg) und Ernährung (Über- und Unterernährung), der Gewinner und Verlierer dieser Entwicklung und der dazu vorliegenden Schlüsselerkenntnisse wird ein Kurswechsel und das Beschreiten neuer Wege vorgeschlagen. Lebensmittelproduktion steht im Zentrum einer multifunktionalen  Landwirtschaft und hat die Belange von Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt zu berücksichtigen. Der geforderte Kurswechsel soll gerecht und in Harmonie mit der Umwelt stehen.

Es wurde festgestellt, dass die KWS das einzige private Züchtungsunternehmen ist, welches sich mit dem Weltagrarbericht befasst hat. Während des Treffens wurden die Teilnehmer gebeten,  unter moderativer Begleitung einen Perspektivwechsel ihrer eigenen Position vorzunehmen, um die Problemlagen aller Beteiligten eher nachempfinden zu können. Aus der Fülle der Diskussionsergebnisse ergaben sich zusammenfassend folgende Erkenntnisse:  Ressourcensparende Landbewirtschaftung ist genauso unumgänglich wie Produktivitätssteigerung unter Berücksichtigung regionaler Gegebenheiten. Es sind Modelle für die Entwicklung der nicht-industrialisierten Länder erforderlich. Dabei ist der Umgang mit traditionellem Wissen in Kombination mit neuen Technologien zur Anwendung zu bringen, sofern die vorhandenen Strukturen in diesen Ländern sozial verträglich sind. Dieser Bericht ist von Pflanzenzüchtungsunternehmen aufmerksam zur Kenntnis zu nehmen, weil es 15 Jahre benötigt, um neue Sorten zu entwickeln und an regionale Erfordernisse anzupassen.

Die nächste Kuratoriumssitzung im November 2011 wird sich mit dem Thema::

 "Forschungsstandort Deutschland und Grüne Gentechnik – Wie geht es weiter mit der Forschung und Züchtung bei Pflanzenzüchtungsunternehmen“ befassen.


Prominente Besuche bei KWS

Im November 2010 besuchte die damalige Landwirtschaftsministerin des Landes Niedersachsen Astrid Grotelüschen, die KWS. In einem mehrstündigen Hintergrundgespräch mit dem Vorstandssprecher Philip von dem Bussche und dem Leiter der Abteilung Energiepflanzen

Dr. Andreas von Felde informierte sie sich besonders über das Energiepflanzenzüchtungsprogramm der KWS.

Am 5. April 2011 stattete eine Delegation aus der chinesischen Provinz Shandong unter der Führung des Vize-Gouverneurs Herrn Wang Junmin der KWS einen Besuch ab. Der Besuch war organisiert und begleitet vom Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium. Die Besucher zeigten sich interessiert an den Forschungsaktivitäten der KWS für den Zukunftsmarkt China. Die Aktivitäten der KWS in China werden weiter ausgebaut.